Disputorium

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Political correctness & D&D

Oh, Mann! https://paizo.com/community/blog/v5748dyo6sh9r?Agents-of-Edgewatch-Update

Was ich sehe, ist eine weitere Spaltung: Wer sein Entertainment politisiert wird Arbeiter/Blue Collar Publikum und andere Unterpriviligierte abschrecken. Diese Form der vorauseilenden "Correctness" war bislang immer nur Klassenkampf von oben und diente als schnell sich änderndes Shibboleth für das "richtige" Elternhaus.

Was mich anfaßt, regelrecht sauer macht: Daß man Orcs überhaupt mit Rassismus, insbesondere gegen Schwarze, in Verbindung bringt, das finde ehrlich gesagt den größeren Skandal. Weil es weder literaturhistoisch korrekt ist (mehrfach haben wir schon belegt, daß die Orks Tolkiens Hunnen- Mongolen- und Osmanenangst verkörpert), noch der Spielpraxis entspricht. Daß sich Schwarze angeblich mit Orks besonderes identifizieren müßten, finde ich geradezu eine widerwärtige Unterstellung, die mir auch nie in den Sinn gekommen wäre.

Wer links hat, wo sich irgendeine Menschengruppe von Fantasy-Orks und deren Darstellung beleidigt fühlt, der möge sie teilen. Mir bislang unbekannt.

Insgesamt besteht eine Gefahr das Kinde mit dem Badewasser auszuschütten.

Vor allem aber: durch die Herstellung fadenscheiniger Bezüge zerstört man die Sorte Eskapismus, die zumindest mich im Bann hält. Und das aus meiner Sicht viel, viel verwerflichere Werk GoT bliebe wie es ist. Und isngesamt die John Wicks usw.

Aber: ich bin zynisch genug, um darin einen guten Vorwand für eine 6. Edition zu sehen. Da können alle mit besorgter Mine am Tisch sitzen und nicken, "Ja, wir müssen."

Im Gesinnungspodcast werde ich diese Gedanken nochmal untermauern.

 

Was Orks etc. angeht, bin ich da inhaltlich voll auf Deiner Seite.

Aber z.B. der Edgewatch-AP, den Zornhau verlinkt hat: sowas nochmal mit Augenmaß zu überarbeiten ist im aktuellen politischen Klima sicherlich richtig.

Blue Lives Matter wird oft - z.B. im Nascar-Racing - in klarer Opposition zu Black Lives Matter gesehen, etc. Ich denke, die meisten von euch wissen nuanciert über die Hintergründe Bescheid, da möchte ich nicht predigen.

Und nochmal: der Flurschaden etwaiger Überreaktionen ist gering, denn die kreative Kraft, die da gedrosselt wird, ist doch sowieso nicht bahnbrechend.

Wer hier hätte denn den neuen Paizo-AP überhaupt zur Kenntnis genommen?

Wenn das gut gemacht wäre...aber dann wäre es ein anderes Spiel. Wäre schon irgendwie cool, wenn man quasi so ne Art Sozialhelden spielen würde, der die Bösen, aber eigentlich nur sozial unterprivilegierten "Monster" nicht bekämpft, sondern ihnen aufmerksam zuhört und sie in Bürgerschaftskurse steckt, wo sie dann Common lernen. Erinnert mich stark an DSA. Da gabs viele Leute, die wollten die Banditen nie töten, die mussten immer ausführlichst zum nächsten Gericht geschleppt werden. Natürlich nicht ohne die obligatorische Strafpredigt vom geweihten.

Ich denke was die orks angeht, da reicht es bei den meisten leuten so weit, das sie sie denken Schwarze würden mit dem Stereotyp des Wilden belegt, und deshalb muss das Stereotyp an sich verschwinden.

 

Oh, das mit dem Gericht wollten sie beim DSA-LARP auch mit mir machen. Und ich wollte frühstücken!

* Orangener Gurt im PJJ * Grüner Gürtel im Drama-Fu (Drachen-Stil) * Blauer Gürtel im Pyro-Fu * Night's Master im Ghoulu Jitsu *

Ich habe das vielleicht gar nicht klar genug gesagt: Ich denke nicht, dass der Hauptwert oder Hauptsinn der jeweiligen Ankündigung ist, die Spieler zu verändern oder auch die Spiele zu verändern.

Das sind, in einer gesamtgesellschaftlichen Debatte in den USA, Signale. Das Signal: wir stehen auf DIESER Seite. Das Signal: wir wollen ein anderes Land.

Das ist so, wie Nascar die die Rebel-Flag verbieten. Das ist ein starkes Signal, ganz egal ob das aufrichtig ist oder ob das bei den Fans eine Verhaltensänderung kurzfristig bewirkt.

Man will halt, in seinem Bereich, tun, was man kann. Das finde ich, so von außen, gut und möchte mich gleichzeitig etwas zurückhalten und auch generell zur Zurückhaltung bei der konkreten Bewertung aufrufen.

Oder anders: was soll man denn machen, als RPG-Konzern, der sich positionieren will?

 

Würd es nicht reichen, sich in einer Pressemitteilung zu positionieren? Von mir aus können sie auch was spenden oder Veranstaltungen machen. Müssen sie unbedingt am Spiel rumbasteln?

Sorry, aber zwei Arten Gnolle, die einen inherent böse, die anderen nicht, das klingt schon arg nach in der Mittagspause zusammengeschustert.

Naja, ich verstehe, dass man auch "Taten" folgen lassen will.

Wie gesagt, die Maßnahmen im einzelnen, die uralte Ork-Frage, tausendmal diskutiert etc. - die kann man auseinandernehmen.

Man verkennt damit aber Sinn und Zweck. Das ist mein Punkt, nur um den hoffentlich endlich klar formuliert zu haben.

Stimme der Vernunft. 4E Archoangel - love me or leave me!

Postionierung ist richtig und wichtig. Da gebe ich Tassander recht.

Und einen Cop-Path unkommentiert einfach rauszubringen wäre auch merkwürdig. Irgendwas mußte Paizo dazu sagen. Was Corporate D&D mit seiner Gnoll-Zukunft tatsächlich macht, werden wir ja sehen. Bislang ist ja nichts passiert.

Am Ende ist es aber alles zu kurz gedacht, die Monsterschieberei, am Besten Erläutere ich das aber im Poddy, erfahrungsgemäß haben viele Leute ein Problem mit dem geschriebenen Wort:-)