Disputorium

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Monsterbeschreibungen: Wie viel Text?

Zitat von Der Oger am 21. Oktober 2019, 10:29 Uhr
Zitat von Settembrini am 21. Oktober 2019, 7:27 Uhr

Man brauch solange mehr als einen Satz, bis jemand das Format innovativ verändert.

D&D macht das ja schon zum Teil.

"Der beleibte Hauptmann der Stadtwache ist ein NB KÄM 7 (43 TP)" erzählt halt auch eine Geschichte. Nur sind Komponenten aus dem Satz ausgegliedert, die anderswo erklärt werden.

Materiell richtig, ich meinte das aber viel divergenter.

"Der Nager der Nacht, desen direkter Angriff blendet, ist nur alleine schreckhaft, und köstlich wenn nach gut Ghitzerai-Art zubereitet."

Zitat von Der Oger am 20. Oktober 2019, 18:34 Uhr

(...)

Schwarze Hütte
Bergdorf mit 900 meist menschlichen Einwohnern, eine ehemalige, halb unterirdische zwergische Festung. 700 sind Strafgefangene, die zur Zwangsarbeit in die Eisenerz-Minen geschickt werden, der Rest sind Aufseher, Schmiede und Soldaten. Die Minen haben Verbindungen ins Unterreich, und der Kommandant hat einen geheimen Pakt mit einem Duergar-König.

Abgekupfert habe ich mir das von Lajos Egri, der schrieb, man solle einem Roman-Protagonisten drei Ebenen geben, nämlich ...

(...)

Wäre dein Text die schon quasi finale Information inklusive Zeichenformatierung? Was ist denn die Zielsetzung des Textes (Information, Stimmung, Inspiration)? Ist Schwarze Hütte Bühne, Rolle oder beides? Und wenn du mit nur drei Sätzen arbeiten möchtest, was für einen Umfang sollen diese haben? Im obigen Beispiel hast du mehr als drei Sätze, allerdings kaschiert mittels Kommasetzung.

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Taysal
Zitat von tassander am 20. Oktober 2019, 17:52 Uhr

Das muss dann aber poetische Verdichtung sein.

Das wiederum ist in sich ja schon eine wundervolle Verdichtung.

Meine Frage hat einen konkreten Hintergrund, den ich andernorts ja auch schon einmal anklingen ließ:

Ich überlege für Beutelschneider (ein kleines Spiel mit einem Los-[Murmel-]beutel als Spielmaterial) ein Bestiarium/Monsterhandbuch/Gegnersammlung aufzusetzen.

Durch eine Verkettung von Umständen, die gar nicht so viel zur Sache tun, beschränken sich die aktuellen Einträge für Monster/Gegner auf den Namen, einen einzelnen beschreibenden Satz (da kommt die Frage her), Angaben zu Zahl und Art der Murmeln im Monsterbeutel, und eventuell ein oder zwei besonderen Fähigkeiten (mit Namen und Beschreibungs-/Regeltext).

Ich frage mich, ob ich diese nicht wirklich bewusst/zielgerichtet entstandene Formel mit/im/für eine solche Sammlung nun aufbrechen oder ganz verwerfen soll, oder ob ich sie im Gegenteil quasi einzementieren möchte.

(Parallel dazu stellt sich die Frage nach Visualisierung - einmal klassische Illustration, aber zum Beispiel auch eine Aufbereitung der "Werte" oder vielleicht noch ganz anderes?)

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Zitat von Taysal am 22. Oktober 2019, 8:22 Uhr
Zitat von Der Oger am 20. Oktober 2019, 18:34 Uhr

(...)

Schwarze Hütte
Bergdorf mit 900 meist menschlichen Einwohnern, eine ehemalige, halb unterirdische zwergische Festung. 700 sind Strafgefangene, die zur Zwangsarbeit in die Eisenerz-Minen geschickt werden, der Rest sind Aufseher, Schmiede und Soldaten. Die Minen haben Verbindungen ins Unterreich, und der Kommandant hat einen geheimen Pakt mit einem Duergar-König.

Abgekupfert habe ich mir das von Lajos Egri, der schrieb, man solle einem Roman-Protagonisten drei Ebenen geben, nämlich ...

(...)

Wäre dein Text die schon quasi finale Information inklusive Zeichenformatierung? Was ist denn die Zielsetzung des Textes (Information, Stimmung, Inspiration)? Ist Schwarze Hütte Bühne, Rolle oder beides? Und wenn du mit nur drei Sätzen arbeiten möchtest, was für einen Umfang sollen diese haben? Im obigen Beispiel hast du mehr als drei Sätze, allerdings kaschiert mittels Kommasetzung.

Nein, das ist nicht die finale Version.

Zielsetzung ist das Entwickeln einer Schreibtechnik für Weltenbau, bei der möglichst viele Informationen komprimiert präsentiert werden.Ich feile noch dran und übe noch. Im Idealfall soll das dann den SL dazu inspirieren, etwas eigenes draus zu machen, als " stimmungsvoller Vorlesetext" ist es nicht gedacht.

Die Idee ist, dass man erstmal eine ganze Reihe von Kurztexten verfasst, als Beispiel eine pro Wabe oder interessantem Punkt auf der Karte, und dann die Texte ausbaut, und ggf. einem Lektorat unterzieht. Auch muss man erstmal das große Ganze sehen, um mögliche Verbindungen herstellen zu können.

Dadurch können natürlich mehr als drei Sätze herausspringen.

Insofern ist das gezeigte Beispiel nur ein Rohling, der geschliffen und in das Gesamtgefüge gesetzt werden muss.

ImIdealfall ist Schwarze Hütte Rolle (als Fraktion), Bühne (ein Ort, den man bewachen oder dem man entkommen soll) und Machtfaktor in übergeordneten Handlungsmaschinen (als Beispiel: dem Kronprätendenten, dem der Erste Aufseher die Treue schwört, fällt eine wichtige Rohstoffquelle zu. Es kann natürlich auch ein Symbol dafür sein, dass eine untergegangene Kultur (Zwerge) einer neuen (Menschen) Platz macht.

It is by nerdiness alone I set my mind in motion. It is by the roll of dice my thoughts acquire speed; the dice create uncertainty, and uncertainty creates an adventure. It is by nerdiness alone I set my mind in motion.

Nachtrag: Taysal, Du hast mich auf eine neue Ansammlung von Filtern gebracht- Rolle, Bühne, Symbol, Machtquelle- die ich irgendwie in das Drei-Satz-Modell noch einbringen will. Danke für die Inspiration!

(So, jetzt höre ich auf, b_u_gs Faden mit meinem Kram vollzuspammen 🙂 )

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Monostichon-Monster!

Stats (+evtl. Bild) + Einzeiler.

Ein Beispiel: In schwefligen Höhlen wacht der gefiederte Telepath eifersüchtig über gestohlene Gedanken.

Bei so einer kurzen Beschreibung trägt jedes Wort, insbesondere im Deutschen aber Adjektive und Nomen, große Bedeutung. Es macht einen Unterschied, ob ich schreibe gestohlen/erschlichen/geraubt, ob ich von Höhlen/Senken/Grotte/Bau spreche. Normalerweise hat man ein paar Zeilen Zeit, den eigenen Eindruck auf den Leser zu übertragen, bei einer Zeile muss man sich, meine ich, viele Gedanken über das einzelne Wort machen, als würde man dichten.

Apropos: ich habe mal spaßeshalber meine Beschreibung oben in einen deutschen Hexameter gepackt:

Gefiederter Telepath hegt geraubte Gedanken im Schwefel

Ich finde allerdings, dadurch, dass man voll in die Lyrik geht, gewinnt man nichts mehr.

Das Format macht durchaus Sinn, denn es regt zur Kreativität an und zeigt, wie viel Geschwafel oft den Blick verstellt:

Marodierende Schweinemenschen, mit Ehrfurcht vor mächtigen Schurken

...mehr braucht doch niemand über Orks zu wissen!

Ich kann mir gut eine Blog-Serie über Monostichon-Monster vorstellen...

Wie viel EP bekommt man denn für ein Monostichon? *kasper* 😉

* Orangener Gurt im PJJ * Grüner Gürtel im Drama-Fu (Drachen-Stil) * Blauer Gürtel im Pyro-Fu * Night's Master im Ghoulu Jitsu *
Zitat von Der Oger am 22. Oktober 2019, 11:08 Uhr

Nachtrag: Taysal, Du hast mich auf eine neue Ansammlung von Filtern gebracht- Rolle, Bühne, Symbol, Machtquelle- die ich irgendwie in das Drei-Satz-Modell noch einbringen will. Danke für die Inspiration!

(So, jetzt höre ich auf, b_u_gs Faden mit meinem Kram vollzuspammen 🙂 )

Eventuell einen eigenen Faden zu dem Thema. Ansonsten...

Spoiler

Schwarze Hütte
Ein Bergdorf in den Ruinen einer halbunterirdischen Zwergenfestung. Ein Großteil der hier lebenden Menschen sind Zwangsarbeiter in den Eisenerzminen. Kommandant Urgarth Arnsunu paktiert insgeheim mit Duergarkönig Korth Schwarzschädel.

Wenn du aus den drei Sätzen eine lange Periode strickst, dann brauchst du auch keine drei Sätze. Kerninformationen wie Einwohnerzahlen gehen im Fließtext unter. Deswegen ist es wichtig zu wissen, was du für ein Ziel verfolgst: Werkzeug, Geschwafel oder als Werkzeug getarntes Geschwafel. Wenn du Personen von Bedeutung einbringst, dann gib ihnen Namen. Das zieht den Fokus auf sich und betont ihre Wichtigkeit, Namen haben Aussagekraft (vor allem wenn du das Setting kennst und es Namensregeln gibt) und nicht jeder kann sich auf Anhieb einen Namen aus dem Ärmel schütteln. Schlussendlich hat das Dorf ja auch einen Namen und nicht nur eine Bezeichnung.

ReadU
Taysal

@Taysal: eigener Faden kommt irgendwann, wie gesagt, ich bin noch im Versuchsstadium.

@Topic:

B_u_g, hilft das hier weiter?

"Zur Beschwörung der pantherartigen Finsterkatze (Murmelwerte, Beschworener Dämon, Hinterläufe, Nebelgestalt, Pirscher, Verbunden) opfern die Schwarzen Zauberer von Zhul dreizehn normale, schwarze Mondkatzen und einen Teil ihrer Lebenskraft."

Alle Fett gedruckten Worte sind ein eigener Eigenschaften-Eintrag mit einem Satz, kursiv ein weiterer Monstereintrag.

Beschworener Dämon: Das Wesen ist immun gegen Gifte, Krankheiten, Alterung und normale Waffen, hat Dunkelsicht, und ist verwundbar gegenüber Lichtmagie.

(...)

So kann man natürlich relativ viel verstecken, hat dann aber das Problem, dass man zwischen verschiedenen Teilen des Dokuments springen muss.

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Zitat von tassander am 22. Oktober 2019, 13:55 Uhr

Monostichon-Monster!

Oh! Schön!

Jetzt muss ich - eigentlich ganz anderes Feld und andere Herleitung - an meine Personnagen-Haiku beim Legend of the Five Rings Spielen denken.

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